Günter
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Nigeria - Mindestens 5.000 Tote durch islamische Terrororganisation |
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05. Februar 2014
Nigeria
Mindestens 5.000 Tote durch islamische Terrororganisation
In Nigeria starben bei Gewaltakten der islamischen Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) in den vergangenen drei Jahren mindestens 5.000 Menschen. Das teilte der Afrikareferent der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Emmanuel Franklyne Ogbunwezeh (Frankfurt am Main), am 5. Februar in Stuttgart mit. Die meisten Opfer seien Christen. Aber auch gemäßigte Muslime und Einrichtungen der Zentralregierung – etwa Polizeistationen und Schulen – würden angegriffen. Alles, was dem Ziel von Boko Haram im Wege stehe, eine islamische Republik zu errichten, sei gefährdet, sagte Ogbunwezeh vor Journalisten. Seit Anfang dieses Jahres drehe sich die Gewaltspirale immer schneller. In Shonong im Bundesstaat Plateau seien 50 Christen ermordet worden, in Chakawa (Bundesstaat Adamawa) 40, und in Kawuri (Bundesstaat Borno) 85. Der Terror habe im Dezember 2011 begonnen, als Boko Haram allen Christen im Norden Nigerias ein dreitägiges Ultimatum stellte, entweder den Norden zu verlassen oder „die Konsequenzen zu tragen“. Über die Zahl der Mitglieder der radikalen Bewegung gibt es laut Ogbunwezeh keine Angaben. Boko Haram sei „gesichtslos“ und trete in der Öffentlichkeit nur durch einige Sprecher auf. Sie bekomme finanzielle Unterstützung vor allem aus Saudi-Arabien.
Ein „Programm zur Entradikalisierung“ soll helfen
Nach Ansicht des nigerianischen Friedensforschers Yakubu Joseph (zurzeit Tübingen) sind die staatlichen Institutionen nicht fähig, den Terrorismus wirksam zu bekämpfen. Die Verhängung des Ausnahmezustands in den Hauptoperationsgebieten von Boko Haram habe keine Sicherheit gebracht. Die Islamisten genössen viel Sympathie, weil sie sich für einen sehr sozialen Staat einsetzten. Joseph empfiehlt Gegenmaßnahmen. Die Regierung müsse die Korruption im Land direkt angehen, die ungerechte Verteilung des Reichtums verringern und die Wirtschaft beleben, damit die Ursachen für die weit verbreitete Unzufriedenheit verschwinden. Dabei sollten westliche Länder helfen. Allerdings seien westliche Firmen zum Teil an der Korruption beteiligt.
Kritik am „Anti-Homosexuellen-Gesetz“
Der Sprecher des IGFM-Vorstandes, Martin Lessenthin (Frankfurt am Main), vertrat die Ansicht, dass es in Nigeria auch unabhängig von Boko Haram Menschenrechtsverletzungen gebe. Dazu gehöre die Einführung der islamischen Gesetzgebung (Scharia) in zwölf nördlichen Bundesstaaten. Sie schließe barbarische Strafen wie Amputation von Gliedmaßen und Steinigung sowie die Unterdrückung von Frauen ein. Das am 7. Januar von Präsident Goodluck Jonathan unterzeichnete „Anti-Homosexuellen-Gesetz“ verstoße ebenfalls gegen die Menschenrechte. Es sieht vor, dass homosexuelle Handlungen mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren geahndet werden können. Dieses Bundesgesetz habe bereits eine Welle von Hass und Gewalt ausgelöst, so Lessenthin. In der Stadt Bauchi seien sieben Homosexuelle fast gelyncht worden, als sie vor einem Scharia-Gericht angeklagt wurden. Die Polizei habe die Angreifer mit Schüssen in die Luft vertrieben, damit der Prozess fortgesetzt werden könne. Den Angeklagten drohe die Todesstrafe.
http://www.idea.de/detail/menschenrechte...tion-27014.html |
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Günter

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06.02.2014 21:48 |
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